Nachbericht - Huckepack zum Breitfelder See

Huckepack zum Breitfelder See

Stellen wir uns vor – einmal im Jahr zu unserem Geburtsort, zu Fuß. Das wird in den meisten Fällen eine weite, anstrengende Reise werden. Und doch: Im Frühjahr machen viele Kröten, Frösche und Molche genau das. Warum?

Amphibien haben eine Besonderheit. Ihre Körpertemperatur hängt stark von der Außen- und Bodentemperatur ab. Im Winter fallen
sie in Starre, nachdem sie sich im Boden vergraben, in Feldspalten verstecken oder unter Wurzelhöhlen überwintern. Wenn dann die Temperaturen wieder ansteigen, nachts etwa 5 Grad, möglichst noch Regen dazu, verlassen die Tiere ihre Winterquartiere, denn nun beginnt die Paarungszeit. Sie machen sich auf und begeben sich zu dem Gewässer, in dem sie selbst geschlüpft sind. Viele Weibchen tragen dann die kleineren Männchen huckepack. Im Wasser angekommen, legen die Weibchen ihre Eier ab, sie laichen. Die Eier werden dann von den Männchen befruchtet.

Nun zu uns. Auf dem Weg zum Breitfelder See müssen die Amphibien mehrere Straßen überqueren und werden häufig überfahren. Doch jetzt kommen unsere tierlieben Menschen ins Spiel. Spezielle Gräben wurden angelegt oder auch Schutzzäune aufgestellt. Und weiter? Auf der Suche nach einem Durchschlupf fallen die Tiere in die von unseren Mitstreitern eingegrabenen Eimer, werden aufgelesen und zum See getragen. So an der Nationalstraße. Die Nebenstraße von Breitfeld nach Neidingen wird nachts zeitweise mit Schranken gesperrt.

Mit dabei waren in diesem Jahr Helmuth und Sandra Johanns mit Letitia (12 Jahre) und Celina (14) sowie Leni Arens mit Oma; Nicole Thomas mit Katharina Pip (15), Irmgard Gross mit Schülerinnen, Schülern und Ehemaligen der Brückenschule Born; Helmuth Kremer mit Joseph Dries und Isabelle Margreve; Guido Wilmes mit Joelle Backes und ihren Kindergartenkindern aus Wallerode; Stephan Benker; Helmut Hahn sowie Ruth und Ernst Bartling.

Wer sich als Mitmacher fürs nächste Jahr melden möchte, ruft bitte bei Helmuth Kremer  080/227402 oder 0478/978680 an. Ach ja, noch dies. Neben vielen Molchen und einigen Fröschen  konnten in diesem Jahr 2.222 Erdkröten zum See getragen werden.

Ernst Bartling
 



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