AVES-Ostkantone VoG
Naturkundliche Weiterbildung & Aktiver Naturschutz
in Ostbelgien

  Ravel im Rurtal
 


Die von den Naturschützern vorgeschlagene Alternativroute führt durch den Wald
(Zeichnung: AVES-Ostkantone)
 
Der Antrag zur Ausnahmeregelung zur Durchquerung der sensiblen Bereiche des Rurtals wurde abgelehnt.
Pressemitteilung

Die Wallonische Region (Generaldirektion der Landwirtschaft, der Naturschätze und Umwelt, Abteilung Natur und Forsten) hat am 17. Mai seine Entscheidung in Sachen Anfrage der Promotoren Ausnahmeregelung für das Anlegen eiines RAVeL's durch die sensiblen Bereiche des Rurtals (NATURA 2000, mehrere staatliche und anerkannte Naturschutzgebiete) abgelehnt. Für das Projekt muss nunmehr anstelle der ursprünglich geplanten Route auf eine der durch die Forstverwaltung und Umweltschutzvereinigungen vorgesehenen Alternativrouten ausgewichen werden. Die Verweigerung des Antrags beruft sich hauptsächlich auf die Europäische Vogelschutzrichtlinie und dem belgischen Naturschutzgesetz.

Die ostbelgischen Naturschutzvereinigungen, die sich bekanntlich für den optimalen Schutz der besonders reichhaltigen Habitate im Bereich des Rurtals eingesetzt haben, begrüssen diese Entscheidung. Nicht nur dass hierdurch die Populationen des Braunkehlchens (in Belgien und Europa stark gefährdet) keine Beeinträchtigung erfährt, aber auch zum Gunsten vieler anderer wildlebenden Arten, für die Ruhezonen zur Fortpflanzung und Nahrungserwerb unabdingbar sind.

Die Naturschutzvereinigungen verweisen aber auch auf ihre Bereitschaft, touristische Initiativen (RAVeL's, Wanderwege) zu unterstützen und Promotoren Hilfeleistung zu geben, insofern diese Initiativen im Einklang mit dem Naturschutz stehen. Das gilt insbesondere auch für die hier anvisierte alternative Streckenführung zur Umgehung des Rurtals. Die Naturschützer können zur Sensibilisierung und Information beitragen und die Gründe für die Umgehung, z.B. in Form von Informationstafeln erläutern. Wenn auch die Entscheidung der Wallonischen Region aus Sicht der Promotoren dem ursprünglichen Konzept des Bahntrassenradelns widerspricht, so kann doch hier die Tatsache besonders hervorgehoben werden, in diesem Bereich eine aus naturschützerischer Sicht besonders rücksichtsvoll umgegangen zu sein, ein Umstand, den die zukünftigen Nutzer des RAVeL's sicherlich anerkennen werden.

Text: Gerhard Reuter

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