AVES-Ostkantone VoG
Naturkundliche Weiterbildung & Aktiver Naturschutz
in Ostbelgien

 

Den scharfen Augen entgeht nichts! (Foto: Gerhard Reuter)



Daran erkennen wir den beeindruckenden Greifvogel (AVES - Archiv)



Rotmilan in der AVES - Pflegestation (Foto: Gerhard Reuter)




Ein tolles Schauspiel, ein Rotmilan im Kampf mit einem Turmfalken (Foto: Gerhard Reuter)



Die Rückenfärbung, oder Mantel eines Rotmilans (Foto: Gerhard Reuter)

Der Rotmilan (Milvus milvus)

Weil er seine Beute aus der Luft erspähen muss, benötigt der Rotmilan offene, abwechslungsreiche Landschaften mit Wiesen, Feldern, Hecken, Waldrändern und Seen. Neben lebender Beute mag der Rotmilan sehr gerne auch Aas und spielt so die Rolle der "Gesundheitspolizei" oder des "Müllmanns" in der Natur. Überfahrene Tiere an Landstraßen und Mähopfer auf den Wiesen sind ihm hoch willkommen. Der fremdartig klingende Name "Milan" kommt übrigens aus dem Französischen "Milan Royal". "Red Kite", roter Drachen, so nennen ihn die Engländer.

Steckbrief

Länge 60 - 72 Zentimeter
Gefieder Männchen und Weibchen gleich
Gewicht 1.600 Gramm
Flügelspannweite 180 Zentimeter
Nahrung Säugetiere, Reptilien, Fische
Gelege 1 - 4 Eier
Brutzeit 4 Wochen
Zugverhalten Zugvogel
Verbreitungsgebiet Europa, Asien, Afrika, Australien
Lebenserwartung Bis 25 Jahre

Beschreibung

Der Rotmilan (Milvus milvus) gehört innerhalb der Familie der Habichtartigen (Accipitridae) zur Gattung der Milane (Milvus). Mit einer Körperlänge von 60 - 72cm und einer Flügelspannweite von beinahe 180 Zentimeter ist er deutlich größer als der Mäusebussard. Der Rotmilan, oder auch Gabelweihe genannt, bringt es auf ein Gewicht von rund 1.000 Gramm. Weibchen werden mit 1.600 Gramm deutlich schwerer als ihre Geschlechtspartner.

Rotmilane haben einen unverwechselbaren Schwanz, der tief gegabelt sowie rotbraun gefärbt ist. Das Grundgefieder ist rötlich-braun und ist gesprenkelt. Der hellgraue bis graue Kopf hat einen nach unten gebogenen, gelben, mit einer schwarzen Spitze versehenen Schnabel. Mit ihren rostroten Flügeln können Rotmilane ohne Probleme "auf" dem Wind segeln.

Nahrung

Rotmilane haben eigentlich kein Hauptnahrungsmittel. Je nach Verbreitungsgebiet jagen sie alles, was sie fangen können. Sie erbeuten zum Beispiel Mäuse, Hasen, Kaninchen, Fische, Reptilien wie auch Amphibien und Wirbellose. Nützlich sind sie dadurch, dass sie auch tote sowie kranke Fische zu sich nehmen. So bewahren sie Flüsse vor Krankheiten.

Um ihre Beute zu finden, fliegen sie im Suchflug über die Wiesen. Sehen sie andere Greifvögel, die bereits Beute gemacht haben, so kommt es nicht selten vor, dass sie versuchen diese den Vögeln abzujagen.

Fortpflanzung

Bereits im März sind die Rotmilane aus ihren Überwinterungsgebieten in ihrer Heimat zurück. Erst werden die Horste errichtet, wo sie später die Eier ablegen werden. Männchen beginnen in dieser Zeit mit ihren Balzflügen, um ein Weibchen für sich zu gewinnen. Die Nester werden von beiden Geschlechtern angelegt, meist in kräftigen, hohen Bäumen. Ältere Paare benützen oft auch die Nester vom Vorjahr und bauen diese ein wenig aus. Nester bestehen meist aus Ästen und Zweigen für den Rohbau sowie Grashalmen und Wolle für den Innenteil. Horste von jüngeren Vögeln haben einen Durchmesser von ca. 50 Zentimeter, wobei die Nester der älteren Tiere, die ihre ausbauen, schon mal einen Durchmesser von über einem Meter haben können. Die Nester könnt Ihr übrigens gut daran erkennen, dass die Vögel Müll und Plastikabfälle in die Nester einbauen.
Nach der Paarung legt das Weibchen zwischen ein und 4 Eier, in der Regel aber zwei bis drei Eier in das errichtete Nest. Nach einer Brutzeit von etwa einem Monat schlüpfen die ersten Jungmilane. Während weiteren zwei Monaten bleiben die Jungvögel im Nest und werden von dem Elternpaar gefüttert. Nachdem sie mit etwa zwei Monate flügge sind, verlassen sie das Nest, bleiben aber weitere vier Wochen in deren Nähe. Die Lebenserwartung liegt mit rund 25 Jahren (allerdings in Gefangenschaft) recht hoch.

Text: Aline Schommers

 
   




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