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Der Rotmilan (Milvus milvus)
Weil er seine Beute aus der Luft erspähen muss, benötigt
der Rotmilan offene, abwechslungsreiche Landschaften mit Wiesen,
Feldern, Hecken, Waldrändern und Seen. Neben lebender Beute
mag der Rotmilan sehr gerne auch Aas und spielt so die Rolle der
"Gesundheitspolizei" oder des "Müllmanns"
in der Natur. Überfahrene Tiere an Landstraßen und Mähopfer
auf den Wiesen sind ihm hoch willkommen. Der fremdartig klingende
Name "Milan" kommt übrigens aus dem Französischen
"Milan Royal". "Red Kite", roter
Drachen, so nennen ihn die Engländer.
Steckbrief
| Länge |
60 - 72 Zentimeter |
| Gefieder |
Männchen und Weibchen gleich |
| Gewicht |
1.600 Gramm |
| Flügelspannweite |
180 Zentimeter |
| Nahrung |
Säugetiere, Reptilien, Fische |
| Gelege |
1 - 4 Eier |
| Brutzeit |
4 Wochen |
| Zugverhalten |
Zugvogel |
| Verbreitungsgebiet |
Europa, Asien, Afrika, Australien |
| Lebenserwartung |
Bis 25 Jahre |
Beschreibung
Der Rotmilan (Milvus milvus) gehört innerhalb der Familie
der Habichtartigen (Accipitridae) zur Gattung der Milane
(Milvus). Mit einer Körperlänge von 60 - 72cm und
einer Flügelspannweite von beinahe 180 Zentimeter ist er deutlich
größer als der Mäusebussard. Der Rotmilan,
oder auch Gabelweihe genannt, bringt es auf ein Gewicht von rund
1.000 Gramm. Weibchen werden mit 1.600 Gramm deutlich schwerer als
ihre Geschlechtspartner.
Rotmilane haben einen unverwechselbaren Schwanz, der tief gegabelt
sowie rotbraun gefärbt ist. Das Grundgefieder ist rötlich-braun
und ist gesprenkelt. Der hellgraue bis graue Kopf hat einen nach
unten gebogenen, gelben, mit einer schwarzen Spitze versehenen Schnabel.
Mit ihren rostroten Flügeln können Rotmilane ohne Probleme
"auf" dem Wind segeln.
Nahrung
Rotmilane haben eigentlich kein Hauptnahrungsmittel. Je nach Verbreitungsgebiet
jagen sie alles, was sie fangen können. Sie erbeuten zum Beispiel
Mäuse, Hasen, Kaninchen, Fische,
Reptilien wie auch Amphibien und Wirbellose.
Nützlich sind sie dadurch, dass sie auch tote sowie kranke
Fische zu sich nehmen. So bewahren sie Flüsse vor Krankheiten.
Um ihre Beute zu finden, fliegen sie im Suchflug über die
Wiesen. Sehen sie andere Greifvögel, die bereits Beute gemacht
haben, so kommt es nicht selten vor, dass sie versuchen diese den
Vögeln abzujagen.
Fortpflanzung
Bereits im März sind die Rotmilane aus ihren Überwinterungsgebieten
in ihrer Heimat zurück. Erst werden die Horste errichtet, wo
sie später die Eier ablegen werden. Männchen beginnen
in dieser Zeit mit ihren Balzflügen, um ein Weibchen für
sich zu gewinnen. Die Nester werden von beiden Geschlechtern angelegt,
meist in kräftigen, hohen Bäumen. Ältere Paare benützen
oft auch die Nester vom Vorjahr und bauen diese ein wenig aus. Nester
bestehen meist aus Ästen und Zweigen für den Rohbau sowie
Grashalmen und Wolle für den Innenteil. Horste von jüngeren
Vögeln haben einen Durchmesser von ca. 50 Zentimeter, wobei
die Nester der älteren Tiere, die ihre ausbauen, schon mal
einen Durchmesser von über einem Meter haben können. Die
Nester könnt Ihr übrigens gut daran erkennen, dass die
Vögel Müll und Plastikabfälle in die Nester einbauen.
Nach der Paarung legt das Weibchen zwischen ein und 4 Eier, in der
Regel aber zwei bis drei Eier in das errichtete Nest. Nach einer
Brutzeit von etwa einem Monat schlüpfen die ersten Jungmilane.
Während weiteren zwei Monaten bleiben die Jungvögel im
Nest und werden von dem Elternpaar gefüttert. Nachdem sie mit
etwa zwei Monate flügge sind, verlassen sie das Nest, bleiben
aber weitere vier Wochen in deren Nähe. Die Lebenserwartung
liegt mit rund 25 Jahren (allerdings in Gefangenschaft) recht hoch.
Text: Aline Schommers
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