
Ihn kennt wohl jeder, der Kleine
Fuchs (Foto: Gerhard Reuter)
Schwerstarbeiter, die Rote Waldameise
(Foto: Gerhard Reuter)

(Fast) alle haben Angst, von der
Schnake gestochen zu werden. Dabei kann sie das überhaupt
nicht! (Foto: Gerhard Reuter)

Ein richtiger Kraftprotz, der
Mistkäfer (Foto: Gerhard Reuter)
|
|
|
Kribbel, krabbel, Käfer
& Co.
1,2 Millionen verschiedene Arten von Insekten sind bislang auf
der Erde entdeckt und von Biologen beschrieben worden. Seit dem
Erdmittelalter vor gut 400 Millionen Jahren kreuchen und fleuchen
Insekten über die Erdkugel, sehr viel länger also als
der Mensch und lange vor den Dinos.
80 % aller lebenden Tiere auf der Welt sind Insekten oder sogenannte
Kerbtiere. Sie besitzen sechs Beine und ein hartes Außenskelett
aus Chitin, das ihre inneren Organe schützt.
Körperteile eines Insekts (hier
eines Käfers) Insektenkopf mit Mundwerkzeugen
Der Körper eines Insekts besteht aus drei Teilen: dem Kopf
mit den Augen, Fühlern und Kiefern, dem Brustteil mit den Flügeln
und Beinen und dem Hinterleib mit den Organen.
Käfer sind eine ganz besondere Art von Insekten. Sie
haben zwei harte Flügel, unter denen die fast durchsichtigen
Hautflügel geschützt liegen. Die etwa 400.000 verschiedenen
Käferarten auf unserem Globus stellen die größte
Gruppe der Insekten. Die zweitgrößte Gruppe bilden
die Wespen, Bienen und Ameisen.
Käfer zerbeißen mit ihren Mundwerkzeugen die Nahrung.
Je nachdem, ob die Käferart zu den Pflanzenfressern oder Räubern
gehört, besteht die Nahrung aus Pflanzen, Pilzen oder anderen
Insekten. Der Gelbrandkäfer frisst sogar kleine Fische,
Fischlaich und Kaulquappen. Auf unseren hiesigen Wiesen,
Feldern und in den Wäldern krabbeln und fliegen allerhand Käfer
mit so schönen Namen wie Goldhenne, Heiliger Pillendreher
oder Buchdrucker. Der Totengräber ist so etwas
wie die Gesundheitspolizei in der Natur. Dieser Käfer vergräbt
kleine, tote Tiere im Boden und nutzt den toten Körper als
Kinderstube für seinen Nachwuchs.
Neben nützlichen Käfern wie dem Marienkäfer
gibt es jedoch eine ganze Reihe von Käferarten, die große
Schäden anrichten. Zu ihnen gehören unter anderem der
Kartoffelkäfer und der Maikäfer. Glühwürmchen,
die ebenfalls zur großen Käferfamilie gehören, leuchten
in der Dunkelheit mit einem Organ, das an der Unterseite ihres Hinterleibs
liegt. Damit können sie kaltes Licht erzeugen, wie kleine LED-Lämpchen.
Allerdings leuchten die Käfer nur in der Paarungszeit im Frühsommer.
Insekten riechen, hören und fühlen über feinste
Härchen, mit denen ihre Körper bedeckt sind. Diese Härchen
sind mit dem Nervensystem der Tiere verbunden. So können sie
kleinste Luftbewegungen, Bodenvibrationen oder Geräusche wahrnehmen.
Bei Käfern liegen auf den Fühlern die Riechzellen. Durch
die Verzweigung der Fühler wird der Geruchssinn sogar noch
verstärkt.
Nashornkäfer, Mistkäfer und Hirschkäfer
& Co. sind mit Hörnern, den Mandibeln, ausgerüstet,
die sie als Werkzeug oder Waffe einsetzen. Insekten atmen Sauerstoff
nicht über eine Lunge, wie es die Säugetiere tun, sondern
über ein ausgeklügeltes Röhrensystem in ihrem Körper,
den sogenannten Tracheen. Durch Atemöffnungen an ihren Körperoberflächen,
den Stigmen, werden die Gase Sauerstoff und Kohlendioxid ständig
ausgetauscht. Bei einem erhöhten Bedarf an Sauerstoff kann
ein Insekt das Gas durch die Stigmen regelrecht in das Tracheennetz
"pumpen". Und genau das macht der Maikäfer, bevor
er losfliegt. Während des Fluges stößt er die Luft
ruckartig ein und aus, dadurch hört er sich wie ein kleines
surrendes Modellflugzeug an.
Der Nachwuchs der Käfer verwandelt sich von einem kleinen
Ei zu einer Larve, die ganz anders lebt und aussieht als das erwachsene
Insekt. Einige Arten legen nur wenige, andere hingegen Tausende
von Eiern in den unterschiedlichsten Niststätten ab.

Vom Ei zum Vollinsekt (Metamorphose).
Unvollkommene Verwandlung: Larvenstadien (Nymphen) ähnlich
wie voll entwickeltes Insekt (oben). Vollkommene Verwandlung: Über
Larvenstadien und Puppe zum Vollinsekt.
Das Wunder der Verwandlung
Die Umwandlung vom Ei, über das Larven- und Puppenstadium
zum ausgewachsenen Tier nennt man Metamorphose. Nicht nur viele
Insekten kommen so auf die Welt, sondern auch Amphibien,
Weich- und Krustentiere wie die Krebse, Stachelhäuter
wie die Seesterne durchlaufen eine solche Verwandlung. Wenn
sich die Larve eines Insekts und das erwachsene Tier im Aussehen
und in der Lebensweise völlig voneinander unterscheiden, spricht
man von einer vollkommenen oder vollständigen Metamorphose.
Wenn das erwachsene Insekt bereits in der Kinderstube als Miniausgabe
erkennbar ist, findet ein allmählicher Wandel bzw. eine unvollständige
Metamorphose statt.
Insektenlarven werden auch Raupe, Made, Nymphe
oder Engerling genannt. In ihrer Jugendzeit leben sie auf
oder unter der Erde, so zum Beispiel der Engerling, die Larve des
Maikäfers. Egal ob sich die Larven vegetarisch ernähren
oder auf der Jagd nach anderem Kleinstgetier sind, eines haben alle
Larven gemeinsam: ihren unglaublichen Hunger. Wenn sie den stillen
können, wachsen sie sehr schnell. Das hat zur Folge, dass sie
sich im Laufe ihrer Jugendzeit mehrfach häuten, weil ihnen
ihre alte Körperhülle zu eng geworden ist. Die Gefräßigkeit
der Larven hat einen Grund: Im nächsten Entwicklungsschritt
verpuppen sie sich und damit beginnt eine Ruhezeit, in der sie keine
Nahrung aufnehmen. Dies geschieht aber nur bei den Tierarten, die
eine vollkommene Umwandlung von der Larve zum erwachsenen Insekt
durchmachen. Bei den meisten Kerbtieren spinnen sich die Larven
mit einem Seidenfaden so lange ein, bis sie in einer festen Hülle
stecken, dem Kokon. In einem Kokon finden ungeheuerliche Dinge statt:
Die Gestalt und die Organe der Larve werden umgebildet und umgeformt,
bis am Ende des Puppenstadiums das erwachsene Tier aus der Hülle
schlüpft. Bei manchen Arten dauert dieser Vorgang ein paar
Wochen, bei anderen einen ganzen Winter lang.
Text: Gerhard Reuter unter Berücksichtigung verschiedener
Quellen
|
|