AVES-Ostkantone VoG
Naturkundliche Weiterbildung & Aktiver Naturschutz
in Ostbelgien

 

Das bin ich - Meli, die Honigbiene (Foto: Gerhard Reuter)



Danke Helmut, dass wir vorbeischauen durften!
(Foto: Gerhard Reuter)



Das bin ich - Meli, die Honigbiene (Foto: Gerhard Reuter)



Baubienen bei der Arbeit (Foto: Gerhard Reuter)



Findet ihr die Königin? (Foto: Gerhard Reuter)



Honig, nicht nur für die Bienen lecker und gesund (Foto: Gerhard Reuter)



Exakte Sechseckformen: unsere Waben (Foto: Gerhard Reuter)

Bienen - Tiere voller Überraschungen

Meli, die Honigbiene weiß uns viel zu erzählen.

Unser Haus ist eine Honigfabrik. Die Wohnung, in der wir leben (die Menschen nennen sie Bienenstock), besteht aus Waben, die wir selbst aus Wachs herstellen.

Wilde Bienen bauen ihren Bienenstock in hohlen Ästen und Bäumen. Wir Honigbienen leben jedoch in Kästen, die der Imker für uns aufgestellt hat. Ich bin überzeugt, dass ein Imker in deiner Nähe dir gerne etwas mehr über seine Arbeit mit uns Bienen erzählen wird. Melde dich mal bei ihm!

Wir Bienen sind eine große Familie. Das Familienoberhaupt ist die Königin, die die Eier legt. Wir, die Arbeiterinnen, haben immer etwas zu tun: uns zum Beispiel um die Eier oder die jungen Maden (so heißen die Bienenbabys) kümmern, neue Waben bauen, unser Haus bewachen oder Pollen, Nektar oder Wasser sammeln. Und da gibt es noch die Drohnen: das sind die männlichen Bienen.

Hier siehst du, wie aus einem Ei eine Biene wird. Das passiert in den Brutwaben, wie unsere Kinderzimmer genannt werden.

Zu unserem Wohlbefinden haben wir einen Menschen nötig, den Imker. Unser Imker beschäftigt sich mit uns, und immer, wenn es nötig ist, steht er uns hilfreich zur Seite, sei es im Fall von Krankheit, wenn wir unsere Wohnung vergrößern wollen oder in vielen anderen Fällen.

Dafür schenken wir ihm Honig, Pollen, Wachs und Propolis.

Für den Honig fliegen wir von Blume zu Blume und saugen den süßen Nektar aus den Blüten. Den verwandeln wir in unserem Magen dann in Honig. Nun geht es zurück zum Stock und wir spucken dort den Honig in eine Wabe. Wenn alle Waben voll sind, kann der Imker den Honig ernten.

Um Honig zu machen, müssen wir wahnsinnig fleißig sein. Für ein Kilo sind mehrere Millionen Blütenbesuche nötig. Natürlich schaffe ich das nicht alleine, sondern nur zusammen mit dem ganzen Bienenstaat. So nennt man die Gemeinschaft aller Bienen, die in einem Stock wohnen. Ein Staat mit 60.000 Bienen liefert dem Imker etwa 7 bis 10 Kilo Honig im Jahr. Ganz schön viel - oder was meinst du?

Weißt du eigentlich, wozu wir den Honig brauchen? Er ist unser Wintervorrat, den wir im Frühjahr und Sommer in den Waben einlagern, weil es in der kalten Jahreszeit ja keine Blumenblüten mit Pollen und Nektar gibt. Andere Bienen sind auf der Suche nach Blattläusen. Sie geben uns ein süßes Produkt, aus dem wir Bienen Honig machen können, den Honigtau, woraus sie dann Blatthonig machen.

Und jetzt fragst du dich sicherlich, wovon wir im Winter leben, wenn der Imker den Honig geerntet hat? Das ist ganz einfach beantwortet, denn erstens erntet unser Imker nicht den ganzen Honig und zweitens gibt er uns Zuckerwasser zum Einlagern, das mindestens genauso gut schmeckt und für uns Bienen auch viel besser verdaulich ist.
Eine Biene hat viele Berufe:
Als junge Arbeiterin verbringe ich die ersten drei Tage meines Lebens mit dem Reinigen der Brutzellen, bis zu meinem 10. Lebenstag kümmere ich mich um meine kleinen Geschwister, die Larven.

Dann helfe ich beim Bau neuer Waben und vom 16. Lebenstag an nehme ich den ankommenden Sammlerinnen den von ihnen eingesammelten Nektar und die Pollen ab und verarbeite sie zu Vorräten.

Um den 20. Lebenstag herum halte ich mich als Wächterbiene am Eingang zu unserem Stock auf und passe auf, dass keine Feinde in unsere Behausung eindringen.

Nun wird es spannend - die nächsten drei Wochen verbringe ich mit Probeflügen und bereite mich auf die Sammelflüge vor, die ich dann bis zu meinem letzten Lebenstag machen werde.

Du siehst, wir Bienen sind ganz schön vielseitig! Oder was meinst Du?

Zu unserem Stachel: wir Bienen stechen wirklich nur ganz, ganz selten, denn wir wissen, dass wir sterben, sobald wir einen Menschen gestochen haben. Also machen wir dies nur in absoluter Not.

Damit dies nicht passiert (zum Beispiel im Schwimmbad oder beim Spielen im Garten), gibt es ein paar ganz einfache Regeln, die du dir sicher gut merken kannst:

Schlage nicht nach mir !
Mach keine raschen Bewegungen !
Halte dich nicht vor dem Flugloch auf !
Schlage oder klopfe nicht an den Bienenkasten oder Stock !
Streichle mich bitte nicht !
Tritt nicht auf mich !

Du siehst, vor mir und meinen Schwestern brauchst du wirklich keine Angst zu haben.

Aber wir machen nicht nur Honig...

Wenn wir so von Blüte zu Blüte fliegen, passiert etwas Wichtiges mit den Pflanzen: wir bestäuben sie!

Und so erfüllen wir eine besondere Aufgabe im Kreislauf der Natur. Denn ohne Bestäubung würde es viel, viel weniger Obst geben!

Übrigens! Danke an Helmut Habsch aus Rocherath, einem der Imker, bei dem AVES-Ostkantone sich umsehen und die Fotos von uns machen durfte.

Text und Fotos: Gerhard Reuter

 
   




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